Verfasst von: emiliogonfalef | 18. November 2009

Antwort

Eine Antwort, der ich keine innere Erfahrung entgegen setzen kann, verwirrt mehr als sie hilft, und wirkt gänzlich beliebig. Liebe wird auch dadurch kenntlich, dass sich eine Antwort auf die Ebene des Fragenden so einstellt, dass er davon profitieren kann.

Frank Schmolke in „Welten der Seele“

Verfasst von: nimrouz | 27. Oktober 2009

Salt

How can you lose your song
When you’ve sung it so long
How can you forget your dance
When that dance is all you’ve ever had
It must be true
You can’t separe the two
It’s impossible to do
Just like the salt that’s in the stew
It’s all a part of you
One thing that life can’t do
It can’t take your song from you-

(Album: Lizz Wright  „Salt“)

Verfasst von: nimrouz | 5. Oktober 2009

Mon chemin

Je vois mon chemin, mais je ne sais pas où il m`ne. C’est de ne pas savoir où il va qui me donne envie de l’emprunter.

Rosalía de Castro. Ecrivain galicienne.

Verfasst von: emiliogonfalef | 11. September 2009

Fische-Weisheit

Die Sonne geht auch auf, wenn du im Bett liegen bleibst. Du musst sie nicht den Horizont hochwuchten.

Verfasser unbekannt

Verfasst von: nimrouz | 12. Juli 2009

Wahre Weltgeschichten

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen,
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die die Welt ins freie Leben
Und in die Welt wird zurückgegeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu echter Klarheit werden gatten
Und man in Märchen und Gedichten
erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt von einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

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Novalis

Verfasst von: emiliogonfalef | 30. Juni 2009

Prähistorische Ballade

Ein Ichthyosaur sich wälzte
Am schlammigen, mulstrigen Sumpf.
Ihm war in der Tiefe der Seele
So säuerlich, saurisch und dumpf,

So dämlich, so zäh und so tranig,
So schwer und so bleiern und stumpf;
Er stürzte sich in das Moorbad
Mit platschendem, tappigen Pflumpf.

Da sah er der Ichthyosaurin,
So zart und so rund und so schlank,
Ins schmachtende Eidechsenauge,
Da ward er vor Liebe so krank.

Da zog es ihn hin zu der Holden
Durchs klebrige Urweltgemüs,
Da ward aus dem Ichthyosauren
Der zärtlichste Ichthyosüß.

Friedrich Theodor Vischer (1807-1887)

Danke an Heide und an den Lyrikblog!

Verfasst von: emiliogonfalef | 29. Juni 2009

Wer Schmetterlinge lachen hört…

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß, wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will,
zum Tier, zum Narr, zum Weisen,
und kann in einer Stunde
durchs ganze Weltall reisen.

Er weiß, dass er nichts weiß,
wie alle andern auch nichts wissen,
nur weiß er was die anderen
und er noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt,
und Mut hat sich zu recken,
der wird allmählich ungestört,
von Furcht sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln
seiner selbst blickt er hinauf,
den Kampf mit seiner Unterwelt
nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört,
der weiß wie Wolken schmecken,
der wird im Mondschein,
ungestört von Furcht,
die Nacht entdecken.

Der mit sich selbst in Frieden lebt,
der wird genauso sterben,
und ist selbst dann lebendiger,
als alle seine Erben.

Novalis (Danke an Heide für die Quelle – in mehrerlei Hinsicht :-) )
Und weil schon der Text so schön ist, hier gleich noch die Musik dazu :
Es gibt auch noch eine Kurzversion, in der die kraftvollen Musiker auch zu sehen sind, leider aber nur die letzte Strophe zu hören…
Und hier ist noch jemand, der tatsächlich in der Metro wohl Schmetterlinge lachen hört…
Verfasst von: emiliogonfalef | 29. Juni 2009

Die drei Biber nach Morgenstern

Für Spatzen schrieb Christian Morgenstern
doch Biber kuscheln genau so gern.

Der Dichter möge mir verzeihn,
nur einmal möcht auch Hans ich sein.

So nehme ich denn des Poeten Zeilen
und bitte zwei Biber bei mir zu verweilen.

In einem leeren Haselstrauch
da sitzen drei Biber, Bauch an Bauch.

Der Erich rechts und links der Franz
und mittendrin der freche Hans.

Sie haben die Augen zu, ganz zu,
und obendrüber, da schneit es, hu!

Sie rücken zusammen dicht, ganz dicht.
So warm wie der Hans hat’s niemand nicht.

Sie hör’n alle drei ihrer Herzlein Gepoch.
Und wenn sie nicht weg sind, so sitzen sie noch.

Verfasst von: emiliogonfalef | 24. Juni 2009

Leuchttürme

In den Leuchtfeuern verbindet sich die Warnung vor den Gefahren der Küste mit dem Versprechen der Geborgenheit, das den Seemann im sicheren Hafen erwartet.

Verfasser unbekannt

Verfasst von: emiliogonfalef | 22. Juni 2009

Altwerden

Es kommt nicht darauf an, wie alt man wird, sondern wie man alt wird.

Werner Mitsch, deutscher Aphoristiker (geb. 1936)

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